Karl Kübel Preis 2013 – Motto: Macht uns stark! – Familien kommen an
© Petra Roth, Stadt Frankfurt/ Main Petra Roth übernimmt Schirmherrschaft über Karl Kübel Preis 2012
Die Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Dr. Petra Roth, übernimmt die Schirmherrschaft des mit 50.000 Euro dotierten Karl Kübel Preises 2012. Mit der Auszeichnung würdigt die Karl Kübel Stiftung in diesem Jahr herausragende Projekte zum Thema Inklusion mit dem Schwerpunkt „selbstverständliche gesellschaftliche Teilhabe von Familien mit behindertem Kind“.
Der Stiftungsratsvorsitzende der Karl Kübel Stiftung, Matthias Wilkes, hat die Zusage der Schirmherrschaft mit großer Freude aufgenommen: „Als Schirmherrin unterstützt Petra Roth ganz grundliegend die Ziele, die wir mit dem Karl Kübel Preis 2012 verfolgen – herausragende Projekte und Initiativen zu würdigen, die eine Ausgrenzung von Familien verhindern.“ Als Hausherrin der Frankfurter Paulskirche, dem Verleihungsort des Karl Kübel Preises, ist die Frankfurter Oberbürgermeisterin gleich in doppelter Funktion aktiv. Mit großer Freude habe sie diese Aufgabe übernommen, so Roth in ihrer Begründung und: „Ich danke der Karl Kübel Stiftung von Herzen, dass sie ein Signal für Projekte setzt, die sich speziell an Familien wenden, die es schwerer haben als andere. Denn Familien sind unsere Zukunft, ob mit oder ohne Behinderung. Familien müssen aber auch Wertschätzung erfahren, die ihnen gebührt. Mit dem hochdotierten Karl Kübel Preis wird ein deutliches Zeichen für Inklusion gesetzt.“
„Für den Karl Kübel Preis 2012 haben sich knapp 100 Organisationen und Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet beworben. Dies zeigt, dass es bereits zahlreiche Projekte und Aktivitäten gibt, die sich von Anfang an für das gemeinsame Leben und Lernen von Kindern und ihren Familien mit unterschiedlichen Bedarfen und Bedürfnissen einsetzen. Es zeigt aber auch, dass es zum Thema Inklusion noch viel Entwicklungspotenzial gibt “, so Daniela Kobelt Neuhaus vom Vorstand der Stiftung.
Bei der Begutachtung der Bewerbungen wird die Stiftung von einem unabhängigen Expertengremium unterstützt; dessen Mitglieder sind:
• Dr. Timm Albers, Juniorprofessor für Frühkindliche Bildung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe;
• Bernd Hock, Diplom-Pädagoge, Psychotherapeut und Entertainer;
• Prof. Maria Kron, Dipl.-Psychologin, Sonder- und Heilpädagogin, Supervisorin (BDP), Fakultät II der Universität Siegen, Department Erziehungswissenschaft/ Psychologie, Gebiet Heil- und Sonderpädagogik u. Inklusion;
• Christine Merz-Foschepoth, Pädagogin u. Kinderbuchautorin, langjährige Chefredakteurin der Fachzeitschrift ‚kindergarten heute‘;
• Florian Sitzmann, Autor des autobiografischen Buches „Der halbe Mann, dem Leben Beine machen“;
• Kathrin Succow, Stiftungsratsmitglied der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur.
Das Gremium entscheidet, welche Bewerberorganisationen in die engere Auswahl kommen. Von diesen Empfehlungen werden sechs Einrichtungen für den Karl Kübel Preis nominiert; bis zu drei von ihnen werden den Preis im Rahmen einer feierlichen Verleihung am 6. September in der Frankfurter Paulskirche erhalten.
Der Karl Kübel Preis stellt die höchst dotierte Auszeichnung für beispielhaftes Engagement im Bereich der „Frühen Kindheit“ in Deutschland dar. Seit 2010 wird er jährlich für ein wechselndes Schwerpunktthema ausgeschrieben. Der Preis ging 2010 an das Bildungsforum Mengerskirchen (Hessen); im Jahr 2011 gab es drei Preisträger: das Projekt Familien lernen Zukunft in Minden (Nordrhein-Westfalen), den Lernort Bauernhof Hofgut Oberfeld in Darmstadt (Hessen) und die Initiative kikuna in Dornstadt (Baden-Württemberg).
Das Statement der Oberbürgermeisterin Petra Roth zum Karl Kübel Preis:
Weil ich die Karl Kübel Stiftung für ein herausragendes Bespiel bürgerschaftlichen Engagements halte, habe ich mit großer Freude die Schirmherrschaft für den Karl Kübel Preis 2012 übernommen. Insbesondere weil er in diesem Jahr unter dem Motto steht „Macht uns stark! – Familien mit Behinderung“.
Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hat einen Paradigmenwechsel eingeläutet von der Integration zur Inklusion. Inklusion bedeutet, jedem Menschen die Freiheiten für seine persönliche Entfaltung zu ermöglichen, die er sich wünscht. Dies gilt für alle Menschen, alt oder jung, mit oder ohne Behinderung. Es ist ein Versprechen an alle, die bisher aufgrund ihrer individuellen Lebenslage mehr oder weniger ausgegrenzt waren. Die Umsetzung dieser Zusicherung wird aber nicht von heute auf morgen zu schaffen sein, denn sie bedeutet eine Strukturveränderung in allen Bereichen.
Damit Familien mit Kindern, die eine Behinderung haben, oder bei denen ein Elternteil gehandicapt ist, möglichst bald von der umfassenden Teilhabe profitieren können, die die UN-Konvention vor Augen hat, sind alle gefragt, denn diese Hilfe kann am ehesten im sozialräumlichen Umfeld der Familien geleistet werden.
Ich danke der Karl Kübel Stiftung von Herzen, dass sie ein Signal für Projekte setzt, die sich speziell an Familien wenden, die es schwerer haben als andere. Denn Familien sind unsere Zukunft, ob mit oder ohne Behinderung. Familien müssen aber auch Wertschätzung erfahren, die ihnen gebührt. Mit dem hochdotierten Karl Kübel Preis wird ein deutliches Zeichen für Inklusion gesetzt. Es wäre wunderschön, wenn der Preis ein Ansporn wäre, intensiver darüber nachzudenken, wie wir unseren Sozialraum so einrichten und ausstatten, dass sich alle wohlfühlen können. Wir müssen aufmerksamer werden, um in unserer Gesellschaft bestehende Hindernisse und Vorurteile auszuräumen und stattdessen Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.